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News / 17. December 2008 - 10:09 Uhr

fzs kritisiert Salami-Taktik des BMBF

Euro Geldscheine

Lebensbegleitendes Lernen muss verlässlich finanziert werden Heute verkündete die Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Frau Quennet-Thielen die Aufstockung der Aufstiegsstipendien auf 1.500 geförderte mit beruflichem Hintergrund. Hierzu erklärt Florian Keller, Mitglied des fzs-Vorstands: “Stipendien sind grundsätzlich der falsche Weg von staatlicher Studienfinanzierung. Eine deutliche Ausweitung des EmpfängerInnenkreises sowie eine Anhebung des Meister-BAföG würde die Hochschulzugangsberechtigten mit beruflichem Hintergrund wesentlich besser erreichen.” Der fzs fordert eine bedarfsdeckende, altersunabhängige und vor allem rechtlich garantierte Studienfinanzierung für alle Studierenden. Bei den Aufstiegsstipendien muss bereits in der ersten Bewerbungsphase ein Notenschnitt von 1,9 oder besser nachgewiesen werden. Das mehrere Monate dauernde Verfahren mündet letztendlich in einem Auswahlgespräch. “Noten sind nur sehr bedingt aussagekräftig, Auswahlgespräche prüfen vor allem den Habitus ab” stellt Anja Gadow, ebenfalls Mitglied des fzs-Vorstands klar. Erfolgreiche Bewerberinnen und Bewerber erhalten als StipendiatInnen im Vollzeitstudium 650 Euro sowie 80 Euro Büchergeld. “Die Betroffenen sind für dieses Geld sicherlich dankbar, es ist aber davon auszugehen dass es bei weitem nicht für das bestreiten des Lebensunterhalts in einem fortgeschrittenen Lebensabschnitt ausreicht. Wer selbst keine Ersparnisse hat, wird auf Kosten des Studiums zusätzlich arbeiten müssen” erklärt Florian Keller. Die heute verkündete Aufstockung der Aufstiegsstipendien auf 1.500 Geförderte reiht sich in eine Vielzahl zuvor verkündeter kleiner, scheinbar positiver Nachrichten ein. Diese Salami-Taktik kann allerdings nicht über die Unzulänglichkeiten in der Förderung des lebensbegleitenden Lernens hinwegtäuschen. “Es bleibt abzuwarten, ob dem BMBF in der laufenden Legislatur noch ein echter Coup gelingt: Etwa durch ein Milliardenpaket für Schul- und Hochschulbau im Zusammenhang mit dem zweiten Konjunkturpaket” schließt Anja Gadow.

Wer also auf das Politische Mandat verzichtet, macht sich zum Sachverwalter der Autorität, akzeptiert das ihm zugewiesene Ghetto und bietet der Gesellschaft die Möglichkeit, die Universität nach Belieben zu manipulieren. Mit dem Lockruf nur und ausschließlich die Interessen der Studenten vertreten zu wollen, ziehen diese trojanischen Pferde als fünfte Kolonne der Obrigkeit in die studentische Selbstverwaltung ein, wo sie mit Bienenfleiß alles verwalten, ohne etwas zu ändern.
(Bonner AStA-Zeitung 66/67)

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