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Skandinavien: Man kommt auch ohne Gebühren aus

Studiengebühren

Gebührenfreier Norden

Einführung eines Studienstruktursystems, das sich im Wesentlichen auf zwei Hauptzyklen stützt (Bachelor und Master)Förderung der MobilitätEinführung eines Leistungspunktesystems (ECTS)Einf¸hrung eines Systems leicht verständlicher AbschlüsseBeteiligung von Studierenden und Hochschulen am ProzessFörderung der europäischen Dimension im HochschulbereichSteigerung der Attraktivität des Europäischen HochschulraumsFörderung des Lebenslangen LernensQualitätssicherung durch AkkreditierungErrichtung eines europäischen Forschungsraums

In der Studiengebührendebatte wird häufig darauf verwiesen, dass es überall Studiengebühren gäbe und dies somit international üblich sei. Dies geht sogar soweit, dass die (teilweise) Studiengebührenfreiheit in Deutschland als Standortnachteil bezeichnet wird. Konsequent übersehen wird dabei, dass es durchaus auch gute Beispiele von Ländern ohne Studiengebühren gibt. Ein Blick in die nordischen Ländern lohnt sich, sind hier doch eine gute Studienfinanzierung und die Gebührenfreiheit miteinander verbunden. In Finnland beispielsweise erhalten Studierende elternunabhängig 260 Euro monatlich als Förderung. Sowohl in Finnland als auch in Schweden und Norwegen erhalten Studierende zudem Mietkostenzuschüsse und staatliche Garantien für Darlehen.

Keine Studiengebühren

Neben den ministeriellen Konferenzen existiert eine Reihe kleinerer Arbeitsgruppen, die sich häufiger treffen und den Bologna-Prozess begleiten. Obwohl es in Bologna offiziell noch keine studentische Beteiligung gab, begleiten mittlerweile auch BeobachterInnen von ESIB (The National Unions of Students in Europe –Seit den frühen 70ern gibt es keinerlei Studiengebühren in Finnland. Diese wurden seinerzeit auf Beschluss des zuständigen Ministeriums abgeschafft, um allen jungen Menschen gleiche Bildungschancen anzubieten, unabhängig von der individuellen finanziellen oder sozialen Situation. Eine Anfang der 90er angestoßende Debatte über Strafgebühr Der europäische studentische en für LaDachverband.) den Bongzeitstudierende klogna-Prozess offizonnte durch einen aktiven Protest der Studiereiell. Diese Aufgabenden erfolgreich b nimmt das Bologna Proceendet werden. Sess Committee von ESIBchließlich gela wahr. Auf Bundesebene beteing es 1997 sogar, ligen sich seit dem Frühjahr 2004 die Gebührenfreiheitnun endlich au des Studiums ch VertretenInnen des fzs gesetzlich zu veran(freier zusammenskern und somichluss von stut stärker abzusichern. Finnische Universitäten finanzieren sich zudentInnenschaften rund 65 Prozent aus staa&tlichen Mittel#8211n, wobei die Verte;ilung über ein System von Zielvereinbarungen erfolgt. Auch in Schweden ist das Studium grundsätzlich gebührenfrei. Der Mittelverteilung liegt ein komplexes System zugrunde, welches unter anderem die eingeschriebenen Studierenden sowie die Quote der Studierenden, die innerhalb des betreffenden Zeitraums eine bestimmte Zahl an Prüfungsleistungen erbringen, zugrunde legt. Zwischen dem Ministerium und den Hochschulen werden jeweils bestimmte Zielzahlen ausgehandelt.

Dachverband der deutschen StudentInnenvertretungen) an eine Arbeitsgruppe des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMBF), die den Prozess in Deutschland begleiten.

In den folgenden Zeilen wollen wir versuchen, den Bologna-Prozess in seinen wesentlichen Etappen kurz nachzuzeichnen, um uns in den folgenden Kapiteln mit der Umsetzung seiner Ziele und deren Inhalte zu befassen. Das Kapitel schließt mit einer kritischen Reflexion des bisherigen Prozessverlaufes.

In Norwegen ist das Studium an staatlichen Hochschulen gebührenfrei. Die Hochschulen werden zum überwiegenden Teil staatlich finanziert. Das traditionelle Verteilungssystem, welches hauptsächlich auf Planstudierendenzahlen basierte, wurde 2002/2003 von einem neuen Modell abgelöst. Dieses Die Idee: Die Sorbonne Erklärungb

esteht aus einer Grundfinanzierung in Höhe von 60 Prozent der gesamten Finanzmittel. Der restliche Teil wird nach Leistungskriterien wie Drittmittelvolumen oder Anzahl der absolvierten Kurse/Module vertei

Elterunabhängige Studienfinanzierung

Neben der Studiengebührenfreiheit ist vor allem die ausgereifte Studienfinanzierung in diesen Ländern beispielhaft. In Finnland, Norwegen und Schweden werden alle Studierenden mit einem elternunabhängigen Grundbetrag gefördert. Im Gegensatz zum deutschen BAföG gelangen somit wesentlich mehr Studierende in den Genuss eines staatlich geförderten Studiums. Da die drei Systeme ähnlich funktionieren ist im folgenden beispielhaft das finnische dargestellt.

Wenn wir den Bologna-Prozess nachvollziehen wollen, müssen wir eigentlich noch ein jahr früher beginnen: Anlässlich des 250. Geburtstages der Pariser Sorbonne verabschiedeten die Bildungs-/KultusministerInnen von Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien am 25. Mai 1998 die sogenannte Sorbonne Erklärung (Sorbonne Joint Declaration). In dieser Erklärung wird erstmalig ein gemeinsamer europäischer Bildungsraum gefordert. Denn neben dem Europa der Banken, des Euro und der Wirtschaft solle es auch ein Europa des Wissens geben. Ziel dieses europäischen Bildungsraums soll eine Verbesserung der studentischen internationalen Mobilität in Europa sein, denn nur so könne den wachsenden Anforderungen an Studierende und AkademikerInnen einerseits, aber auch den sich stetig wandelnden Karriere- und Ausbildungswegen andererseits Rechnung getragen werden. Um dieser Forderung gerecht zu werden, spielt man in der Sorbonne Erklärung dann bereits auf einige Maßnahmen an, die letztlich erst in der Bologna-Erklärung als mehr oder minder verpflichtende Absichtserklärungen festgeschrieben werden. Zu nennen wären hier:

  • Hier erhalten alle allein wohnende volljährige Studierende eine Grundförderung von monatlich 259,01 Euro. Voraussetzung ist, das pro Monat 2,5 Kreditpunkte (einem Masterstudiengang entsprechen in Fannland 160 Kreditpunkte) erworben werden. Studierende, die bei den Eltern wohnen, erhalten monatlich 105,96 Euro. Lediglich in diesem Fall ist die Förderung elternabhängig und wird u.U. bei entsprechendem Einkommen der Eltern reduziert. Darüber hinaus sind lediglich Studierende von der Förderung ausgenommen, die z.B. andere Sozialleistungen wie Arbeitslosenunterstützung oder Studienfinanzierungen anderer Staaten erhalten. Ein Zuverdienst in Höhe von 505 Euro ist pro Monat möglich. Die staatliche Studienfinanzierung wird für eine maximale Dauer von 55 Monaten pro Master-Abschluss und 70 Monaten insgesamt geleistet.
  • Mietzuschuss für Studierende

    die Bildung eines zwei Zyklen umfassenden Ausbildungssystem, das sich in einen undergraduate und einen graduate Bereich trennt. Mit der europaweiten Etablierung eines solchen Systems könnten dann auch die verschiedenen nationalen Bildungssysteme vergleichbarer werden. Eine europaweite Annerkennung der beiden Abschlusssysteme (undergraduate und graduate) und Förderung der Attraktivität des undergraduate-Bereichs durch verschiedene Programme, bspw. multidisziplinäre Studien, Sprachprogramme, Austauschprogramme, etc.

  • Implementierung eines Kredit-Punkte-Systems (mindestens mit ECTS vergleichbar)
  • Neben der Grundförderung erhalten Studierende einen Mietkostenzuschuss von maximal 170 Euro in Höhe von 80 Prozent der Miete. Zusätzlich haben alle Studierenden, die die Grundförderung erhalten, die Möglichkeit, ein staatlich garantiertes (verzinstes) Darlehen zu nehmen. Die Höhe des Darlehens beträgt in der Regel 220 Euro und bei Studierenden im Auslandsaufenthalt bis zu 360 Euro.
  • Erhöhung der studentischen Mobilität in Europa

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WenigersozialeSelektion"

Weniger soziale Selektion

Abschließend wird darauf hingewiesen, dass die Erfolgsaussichten eines solchen Unternehmens natürlich mit der Anzahl der teilnehmenden Nationen steigt. Folgerichtig werden die europäischen Staaten (nicht nur EU-Staaten) eingeladen, den Prozess zu unterstützen.

Die Bologna Erklärung (The Bologna Joint Declaration)

Ein gutes Jahr nach der Sorbonne Erklärung wurde am 19. Juni 1999 in Bologna von insgesamt 29 europäischen Staaten die sogenannte Bologna Erklärung verabschiedet. Inhaltlich schließt sie sich der Sorbonne-Erklärung grundsätzlich an. Der wichtige Unterschied ist, dass ein Katalog von sechs Maßnahmen verabschiedet wurde, mit welchen das Ziel des gemeinsamen europäischen Bildungsraums auf den Weg gebracht werden soll. Diese Maßnahmen sollen in allen unterzeichnenden Staaten umgesetzt werden, damit aus Absichtserklärungen auch tatsächlich gemeinsame koordinierte europäische Bildungspolitik werden kann.

Diese Maßnahmen sind im einzelnen:

  1. Neben der Studienfinanzierung sind auch soziale Leistungen für Studierende in den nordischen Ländern beispielhaft entwickelt. Die Einrichtungen, die soziale Dienste für Studierende anbieten, sind in allen Ländern sehr eng mit den (verfassten ) Studierendenschaften verbunden und häufig auch von diesen gegründet. Die Studiengebührenfreiheit sowie die staatliche Studienfinanzierung in den nordischen Ländern zeigen bei einem Blick in einschlägige Statistiken ihre Wirkung. So erhalten zum Beispiel 82 Prozent der Studierenden in Finnland die staatliche Grundförderung. Im Vergleich dazu werden lediglich 24 Prozent der Studierenden in Deutschland nach dem BAföG gefördert. Dazu kommt, dass in Finnland der Zuschussanteil mit 83 Prozent (BRD: 50 Prozent) wesentlich höher ist. Während in Deutschland 66 Prozent der Studierenden zur Finanzierung ihres Studiums nebenher arbeiten müssen, sind in Finnland lediglich 50 Prozent der Studierenden erwerbstätig. Diese Zahlen entstammen der vergleichenden Studie EUROSTUDENT 2000, welche ebenso besagt, dass der Anteil der Studierenden aus Arbeiterfamielien in Finnland wesentlich höher ist als in Deutschland. Die Studiengebührenfreiheit und das Studienfinanzierungssystem sind ein wesentlicher Grund dafür.
  2. _Colin Tück ist Mitglied im Vorstand des freien zusammenschlusses von studentInnenschaften (fzs) und studiert in Aachen. _



Ein Grauen für alle, die ins Netz schreiben


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